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Die in der westlichen Welt gebräuchlichste Definition des Jahres beruht auf dem Umlauf der Erde um die Sonne und wird deshalb als „Sonnenjahr“ bezeichnet. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, Beginn und Ende eines Umlaufs festzulegen, und damit auch verschiedene Arten von Sonnenjahren:

  • Ein tropisches Jahr ist die Zeitspanne zwischen zwei Durchläufen der mittleren Sonne durch den mittleren Frühlingspunkt und dauert 365,242199 Tage UT. Der Name nimmt Bezug auf den Wechsel der Jahreszeiten (gr. tropai, die Kehren), der in diesem Sonnenjahr zeitlich fest bleibt. Aus diesem Grunde ist das tropische Jahr für das Kalenderwesen von großer Bedeutung.
  • Ein siderisches Jahr ist die Zeitspanne zwischen zwei Vorübergängen der mittleren Sonne an einem Fixstern und dauert 365,256366 Tage UT.
  • Ein anomalistisches Jahr ist die Zeitspanne zwischen zwei Durchgängen der Erde durch das Perihel (dem sonnennächsten Punkt) der Erdbahn und dauert 365,259626 Tage UT.

Die oben genannten Definitionen führen zu unterschiedlichen Jahreslängen wegen der Präzession der Erdrotation und der Drehung der Erdbahn.

Ebenfalls Sonnenjahre sind die aus den gleichnamigen Kalendern abgeleiteten Intervalle

  • Julianisches Jahr = 365,25 Tage UT
  • Gregorianisches Jahr = 365,2425 Tage UT

Sonnenjahre haben den Nachteil, nicht einfach beobachtbar zu sein, sondern lange Zeiträume zu ihrer Festlegung zu benötigen. Dagegen sind die Phasen des Mondes, insbesondere die erste Sichtbarkeit des Mondes nach Neumond, sehr einfach und schnell zu beobachten. Die ersten und einfachsten Kalender definierten deshalb ein Mondjahr, bestehend aus in der Regel 12 synodischen Monaten. Ein synodischer Monat ist die Zeitspanne von Neumond zu Neumond und dauert 29,5306 Tage UT. Weil aus praktischen Gründen ein Monat eine ganze Anzahl von Tagen enthalten sollte, wurde meist zwischen Monaten mit 29 und 30 Tagen abgewechselt. Ein Jahr aus je sechs dieser Monate enthält 354 Tage, ist also um 0,3672 Tage zu kurz gegenüber dem wahren Mondjahr. Mondkalender müssen deshalb etwa alle drei Jahre eine Schalttag hinzufügen, um mit den Mondphasen im Gleichtakt zu bleiben. Ein Gleichlauf mit den Jahreszeiten wird bei einem reinen Mondkalender nicht angestrebt.

Ein gebundenes Mondjahr oder Lunisolarjahr ist der Versuch, Mondphasen und Jahreszeiten in Einklang zu bringen. Dieses gelingt durch das zusätzliche Einfügen von Schaltmonaten. Hierfür wurden historisch verschiedene Schemata versucht. Die beste bekannte Lösung wurde vom Griechen Meton 432 v.Chr. gefunden, war aber offenbar vorher auch anderen Kulturen bekannt. Der Metonische Zyklus umfaßt insgesamt 235 Monate, davon sind 125 Monate voll (d.h. sie haben 30 Tage) und 110 Monate sind hohl (mit 29 Tagen). Die Monate sind in 12 Gemeinjahre mit je 12 Monaten und 7 Schaltjahre mit je 13 Monaten zusammengefaßt. Der Zyklus enthält 6.940 Tage, während 225 synodische Monate 6.939,688 Tage dauern und 19 tropische Jahre 6.939,602 Tage. Der Unterschied zwischen Sonnen- und Mondlauf während eines ganzen Metonischen Zyklus beträgt also nur 0,0866 Tage, so daß sich Finsternisse im Metonischen Zyklus mitgroßer Genauigkeit wiederholen.

 

siehe auch:
  Die Definition der Internationalen Norm ISO 8601


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