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Natürlich gibt es kein schwarzes Loch im Kalender, das die letzten Tage des alten Jahres einfach verschluckt. Die Redensart zwischen den Jahren, mit der man heute meist die fünf Tage zwischen dem zweiten Weihnachtsfeiertag und Neujahr bezeichnet, erinnert vielmehr an die Mühen, im christlichen Abendland eine praktikable Kalenderrechnung einzuführen.

Die „Erfinder“ der Übergangszeit sind die Ägypter, deren astronomische Forschungen die mittelalterliche Klosterkultur stark beeinflußt haben. Am Nil teilte man schon seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. das Sonnenjahr von 365 Tagen in zwölf Monate zu je 30 Tagen. Die restlichen fünf (im 238 v. Chr. eingeführten Schaltjahr sechs) Tage wurden am Jahresende einfach angehängt - die christlichen Äthiopier etwa rechnen noch immer nach diesem Prinzip.

Uns muß dieser 13. Kurz-Monat eigentlich nicht weiter stören, denn Gaius Julius Caesar schaffte ihn 46 v. Chr. ab, indem er die überzähligen Tage einfach übers Jahr verteilte: Nach diesem Prinzip des Julianischen Kalenders verfahren wir ja bis heute. Auch daß die Römer 153 n. Chr. den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar vorverlegten, bereitete weiter keine Probleme. Die entstanden erst, als die erstarkende Christenheit das Weihnachtsfest als herausragendes Ereignis im Kirchenjahr einführte.

Die frühen Christen begingen noch - am 6. Januar, dem Epiphaniastag - ausschließlich die Erscheinung des Erlösers. Papst Liberius setzte dann 354 einen Termin fest, an dem künftig auch die Geburt Christi gefeiert werden sollte; er wählte den 25. Dezember, den Tag des römischen Sonnengottes Sol, um Christus als neue Sonne zu etablieren. Im 9. Jahrhundert unterstrich die katholische Kirche die Bedeutung dieses Festes, indem sie auch den Jahresanfang auf dieses Datum legte. Spätestens jetzt war der 13. (bzw. nullte) Monat wieder da: Fortan kollidierten nun zwei Kalenderrechnungen, was eine wilde Umrechnerei notwendig machte.

Prompt wurde der Neujahrstermin im Mittelalter mehrmals hin und her verschoben, bis es Papst Innozenz XII. 1691 schließlich beim 1. Januar beließ (daß das Kirchenjahr am 1. Advent anfängt, hat rechnerisch keine Bedeutung). Ein bißchen Verwirrung ist allerdings übrig geblieben: Der bäuerliche Kalender beginnt weiter am 6. Januar, und die Kirche bezeichnet seit der Synode von Tours 567 die zwölf Tage zwischen Weihnachten und Dreikönigsfest - das „Dodekahemeron“ zwischen „altem“ und „neuem“ Geburtstag Jesu - als Zeit zwischen den Jahren.

Wer dagegen zwischen Weihnachten und Neujahr freie Tage abfeiert, folgt der heidnischen Vorstellung, wie sie seit den Ägyptern bekannt ist. Dazu paßt auch der in einigen Gegenden erhaltene abergläubische Brauch, während der fünf letzten Tage im Jahr keine Wäsche aufzuhängen, damit sich zum neuen Jahr keine bösen Geister im Haus einnisten.


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